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Ein schnelles Treffen

Singles trafen sich in Göttingen zum ersten Speeddating
Von Tore Harmening

Göttingen. Noch ein wenig unsicher schauen die Frauen und Männer in die Runde. Nervös ziehen einige an ihren Zigaretten. Im Cafe El Sol am Marktplatz in Göttingen haben sie sich in der oberen Etage zum Speeddating getroffen.

Sieben Frauen, sieben Männer, sieben Minuten. Das ist Speeddating. Alle sieben Minuten wird der Gesprächspartner gewechselt. So lernen die Singles in kurzer Zeit viele neue Leute kennen. Die Idee kommt wie so häufig aus Amerika. Dort wollte ein Rabbi mit dieser Methode alleinstehende Mitglieder seiner Gemeinde zusammenbringen.

In Göttingen ist heute die erste Veranstaltung. „Wir sind mindestens so aufgeregt wie die Teilnehmer“, sagt Sebastian Waßmann, der das Speeddating zusammen mit Afschin Bahrami veranstaltet. Fünf Frauen und fünf Männer hatte sich zur Premiere angemeldet, aber „man weiß ja nie, ob wirklich alle kommen, weil ihnen kurzfristig etwas dazwischen kommt, oder sie vielleicht doch zu schüchtern sind“, meint Waßmann und nippt am Prosecco.

Vier Männer und vier Frauen sind da. Der Sekt löst auch bei ihnen die erst Spannung. Das melodische Klimpern eines Windspiels eröffnet die erste Runde und jetzt ist die Nervosität bei Veranstaltern und Teilnehmern komplett verflogen. Gemurmel durchzieht den Raum. Sieben Minuten sind nicht sehr viel Zeit.

Wieder das Windspiel. Die Herren rotieren im Uhrzeigersinn, nachdem sie ein Kreuz auf ihren Karten gemacht haben. Gefällt einem der Gegenüber, kann man auf einer Sympathiekarte ein „Ja“ ankreuzen. Steht auf beiden Karten das „Ja“, werden später von Waßmann und Bahrami die Adressen weiter gegeben, so dass die Partner weitere Treffen vereinbaren können. Sagt einer „Nein“, erfährt der Gegenüber bis auf den Vornamen nichts.

Die Runden sind durch. Jeder Mann hat mit jeder Frau einmal gesprochen. Entspannt sitzen die Teilnehmer an den Tischen. „Das hat mir sehr gut gefallen“, sagt Joachim. Der Mann um die 30 hatte sein Speeddating bei einem Radiosender gewonnen. Für ihn aber sind sieben Minuten viel zu kurz. Deswegen hat er bei allen vier Frauen ein „Ja“ angekreuzt, um sie näher kennen zu lernen.

Einen Tisch weiter sitzt Julia uns lässt das ganz noch einmal Revue passieren. „Ich wollte erst gar nicht kommen, weil ich keine Zeit habe, aber jetzt bin ich froh, dass ich das gemacht habe“, sagt die Frau mit roten Haaren, die Ende 20 ist. Sie hat zwar heute kein „Ja“ angekreuzt aber „ich hatte gute Gespräche“.

Ob sie es noch mal machen würde, weiß sie nicht, denn diesmal war es umsonst, für die nächsten Treffen müssen die Teilnehmer 29 Euro bezahlen. „Das kann man dann nicht zu häufig machen“.

Joachim ist sich dagegen sicher. Er wird wiederkommen. „Die Teilnehmer“, sagt er, „sind sehr offen und jetzt weiß ich ja auch, dass sie genauso nervös sind wie ich.“

Erschienen in der HNA Northeim

(Hessisch Niedersächsische Allgemeine Zeitung)

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